Aktueller Arbeitsklima Index: Arbeitszufriedenheit auf tiefstem Wert seit 2006


Mögen WirtschaftsforscherInnen und PolitikerInnen auch das Ende der Krise herbeireden, möge die Wirtschaft auch stärker wachsen als vorhergesagt: die ArbeitnehmerInnen empfinden die herrschende Situation alles andere als rosig.

So beträgt der Arbeitsklima-Index – herausgegeben von der AK Oberösterreich – derzeit (Herbst 2010) 107 Punkte und liegt dabei drei Punkte unter dem Index des Frühjahrs 2010 und erreicht den tiefsten Wert seit 2006.

Arbeitszufriedenheit bei Frauen schwächer

Lag die Arbeitszufriedenheit bei den Frauen im Frühjahr 2010 noch bei 111 Punkten, ist diese bis Herbst auf 107 Punkte gesunken. Jene der Männer lag im Frühjahr bereits bei schwächeren 108 Punkten um bis zum Herbst auf 106 zu sinken.

ArbeiterInnen fallen deutlich zurück

Quelle: AK Oberösterreich, 2010

Deutlich ist der Index bei den ArbeiterInnen gefallen – nämlich innerhalb eines Jahres von 103 auf 97 Punkte. Im Vergleich dazu ist jeder der Angestellten relativ konstant gelblieben – nämlich b ei 112 Punkten (113 Punkte). Zurückgefallen ist auch die Zufriedenheit im öffentlichen Dienst – von 109 auf 107 Indexpunkte (v.a. Zurückzuführen auf die Beschäftigten bei Post und ÖBB, klassische „Verwaltungsbeamte“ liegen deutlich darüber) .

Die hohe Unzufriedenheit bei den ArbeiterInnen lässt sich zu einem guten Teil auf die Angst um den Arbeitsplatz zurückführen: jede/r vierte ArbeiterIn – also rund 25 % – bezeichnet den eigenen Arbeitsplatz als unsicher (Angestellte: 13 %, öffentlich Bedienstete: 5 %).

Erholung im Handel

Liegt die Arbeitszufriedenheit in Industrie- und Gewerbebetrieben bei 104 Punkten – um neun Punkte unter dem Wert vor der Krise – ist der Arbeitsklima-Index im Handel wieder um drei Prozentpunkte – von 105 Punkten im Frühjahr 2010 auf 108 Punkte im Herbst 2010 gestiegen (Herbst 2007: 111 Punkte). Zugelegt hat auch der Unterrichtsbereich (von 111 im Frühjahr auf 113 im Herbst 2010), im Gesundheits- und Sozialbereich ist sie dagegen von 113 auf 111 gefallen.

Freie DienstnehmerInnen und Arbeitszufriedenheit

Interessant auch die erhobene Arbeitszufriedenheit der rund 25.000 freien DienstnehmerInnen in Österreich. Diese sind die am besten gebildete Gruppe im Arbeitsklima-Index (Jede/r Dritte hat Uni-Abschluss, weitere 30 % zumindest Matura). Die gute Bildung nützt aber wenig: Nur noch 41 % der freien DienstnehmerInnen sind mit ihrem Einkommen zufrieden (vor zwei Jahren: 60 %), 14 % kommen mit ihrem Einkommen nicht aus (7 %). Freie DienstnehmerInnen erhlebgen ihre Arbeit auch als unsicherer als z.B. Angestellte: 18 % stufen ihre Jobs als gefährdet ein (vor zwei Jahren: 7 %).

Link: Arbeitsklima Index, Newsletter 4/2010

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