Arbeitsklimaindex 4/2011: Lebenszufriedenheit der ArbeitnehmerInnen seit 10 Jahren im Sinkflug

Die Lebenszufriedenheit der ArbeitnehmerInnen ist seit dem Jahr 2000 von 89 auf 84 Prozent gesunken. So das Ergebnis des aktuellen Arbeitsklimaindex Nr. 4/2011 der Oberösterreichischen Arbeiterkammer.

Der stärkste Rückgang ist dabei seit 2007 zu verzeichnen: Waren 2007 noch 88 Prozent der befragten ArbeitnehmerInnen mit ihrem Leben „sehr oder eher zufrieden“, fiel dieser Wert bis 2010 auf 83 % um 2011 minimal auf 84 % zu steigen.

Zusammenhang Einkommens- und Lebenszufriedenheit

Je zufriedener mit dem Einkommen, desto zufriedener mit dem Leben. Von jenen ArbeitnehmerInnen, die mit ihrem Einkommen zufrieden sind geben 94 % an, auch mit ihrem Leben zufrieden zu sein. Unter jenen, die mit ihrem Einkommen nicht zufrieden sind, sind auch nur 70 % mit ihrem Leben zufrieden. Und:

„Die Zufriedenheit mit dem sozialen Status und mit den Rechten als Arbeitnehmer/-in spielt – wie die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens und Österreichs insgesamt – für die Lebenszufriedenheit eine starke Rolle.“

Über-35-Jährige unzufriedener

Jüngere ArbeitnehmerInnen (unter 36 Jahren) sind über den beobachteten Zeitraum tendenziell zufriedener als Beschäftigte ab 36. Allerdings geht die Zufriedenheit auch der Jüngeren sein 2009 zurück, während sie bei den über 35-Jährigen sogar leicht angestiegen ist. Allerdings liegen beide Werte – jene der Unter- wie auch jene der Über-35-Jährigen – über jene des Jahres 2000.

„Die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung hat in diesen zehn Jahren offensichtlich stark auf die Lebenszufriedenheit de Menschen gedrückt.“

Arbeitsplatzsituation als unsicher eingeschätzt

Wird die Arbeitsplatzsituation in Österreich im Vergleich zum Krisenjahr 2009 – damals schätzten 62 % der ArbeitnehmerInnen die Arbeitsplatzsituation als unsicher ein – mit nunmehr 47 Prozent Unsicherheit „sicherer“ eingeschätzt, liegt dieser Wert doch deutlich unter jenem des Jahres 2007, als 41 % der Beschäftigten die Arbeitsplatzlage als „unsicher“ einschätzten. 56 % (2008: 48 %) bezeichnend die Chance, nach einer Kündigung einen neuen Job zu finden als „schwierig“.

„Das zeigt: Der Abbau von Jobs während der Krise ist noch längst nicht kompensiert, der von Unternehmer/-innen und ‚Wirtschaftsexperten/-innen‘ viel bejubelte Aufschwung kommt bei den arbeitenden Menschen kaum an.“

Der Arbeitsklimaindex 4/2011, August (Schwerpunkt dieses mal: Arbeitszufriedenheit in der Baubranche) gibt’s auf der Homepage der AK Oberösterreich als  Download.

 

 

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