Betriebsratswahlen bei den ÖBB: Schöne Zugewinne für UG-Listen

Bereits 2013 gab es für die Unabhängigen GewerkschafterInnen Grund zur Freude. Die UG-vida konnte sich damals bei den ÖBB-Betriebsratswahlen ÖBB von 3,17 auf 5,7 Prozent der Stimmen steigern und von 11 auf 16 Betriebsmandate deutlich zulegen. Und der Erfolgskurs der UG-vida setzt sich auch 2017 fort. Denn die UG-vida hat einmal mehr zugelegt. Mit teilweise sensationellen Ergebnissen.

Von 2. bis 5. Mai 2017 fanden im Bereich der ÖBB-Absatzgesellschaften (Personenverkehr, Technisches Werkt, Rail Cargo, Produktion, Holding …) mit knapp über 16.300 Beschäftigten Betriebsratswahlen statt. Dominierende gewerkschaftliche Kraft – mit Ergebnissen jenseits der 80 Prozent – sind bei der „roten“ ÖBB seit jeher die Sozialdemokratischen GewerkschafterInnen. Es folgen als zweite Kraft – mit Respektabstand – bereits die Listen der Unabhängigen GewerkschafterInnen in der vida. Und die UG-vida hat ihre Position einmal mehr stärken und  ausbauen können.

Die Gesamtergebnisse:
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Bei einer hohen Wahlbeteiligung von 80,98 Prozent erreichten

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  • die FSG-Listen 11.039 Stimmen, 87,03 Prozent und 310 Mandate
  • die UG-Listen 891 Stimmen, 7,02 Prozent und 19 Mandate
  • der GLB 103 Stimmen, 0,81 Prozent und 2 Mandate
  • Sonstige (FCG, Namenslisten …) 651 Stimmen, 5,13 Prozent und 16 Mandate

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Im Vergleich zu den Wahlen 2013 musste die FSG auf hohem Niveau geringfügige Stimmverluste hinnehmen – 2013 kratzen die SozialdemokratInnen noch an der 90 Prozent-Marke, die UG legte im Vergleich zu 2013 um 1,3 Prozentpunkte zu und gewann 3 zusätzliche Betriebsratsmandate.

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Stark bei den LokführerInnen

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Im Bereich der ÖBB Produktion GmbH – also u.a. bei den LokführerInnen – erreichten die UG-Listen – hier insbesondere jene  der Unabhängigen LokführerInnen Vertretung (ULV) – 16,22 Prozent der Stimmen. Die herausragendsten Ergebnisse im Einzelnen:

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  • In Villach 2 erreichte die ULV/UG 48,08 Prozent der Stimmen und 3 Mandate. Sie verfehlte nur knapp die Mehrheit.
  • Auch am Bahnhof Wien West übersprang die ULV/UG die 40-Prozent-Marke. Sie konnte hier 42,47 Prozent der WählerInnen überzeugen und 3 Mandate erringen.
  • In Attnang-Puchheim kam ULV/UG auf 38,99 Prozent Stimmanteil und 2 Mandate.
  • Nur knapp darunter lag mit 38,24 Prozent die ULV/UG in Salzburg. Die Unabhängigen LokführerInnen kamen hier auf 3 Betriebsrats-Mandate.
  • Ergebnisse über 20 Prozent Stimmanteil erreichte die ULV/UG am Wiener Hauptbahnhof (29,01 Prozent, 2 Mandate) am Wiener Franz-Josefs-Bahnhof (25,12 Prozent, 1 Mandat) und am Zentralverschiebebahnhof Wien-Kledering (27,85 Prozent und 2 Mandate).

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Verluste musste die ULV/UG in Tirol und Vorarlberg hinnehmen. Insgesamt gewannen die LokführerInnen 17 Mandate.
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Betriebsratsmandate auch beim Personenverkehr und in der IKT

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Betriebsratsmandate gewann die UG-Vida auch im Bereich Personenverkehr Oberösterreich (18,07 Prozent, 1 Mandat) und in der IT der ÖBB (15,50 Prozent, 1 Mandat). Die Wahl in der IKT stand für die UG-vida dabei unter besonders traurigen Vorzeichen, war doch ihr Spitzenkandidat und UG-vida Sprecher Andreas Malik Anfang März tragischerweise verstorben.

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UG vida geht gestärkt aus Wahlen hervor

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Wie schon für 2013 gilt für 2017 umso mehr: Unabhängige BetriebsrätInnen haben inzwischen ihren fixen Platz in den ÖBB, die UG-vida in der Gewerkschaft vida. Die Position als zweitstärkste Kraft konnte einmal mehr ausgebaut werden. An der Dominanz der FSG gibt es allerdings nur wenig zu rütteln. Allerdings muss dabei berücksichtigt werden, dass überhaupt nur in weniger als der Hälfte aller Wahlkreise  eine Wahl zwischen FSG und konkurrierenden Listen stattfand. In den meisten Wahlkreisen fanden sich keine GegenkandidatInnen zu sozialdemokratischen Betriebsratslisten. Im Vergleich zur 2013 hat sich diese Situation „verbessert“: Damals kandidierte die FSG noch in 80 Prozent aller Wahlkreise alleine.
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Viel zu tun für UG-Listen in der ÖBB. Jedenfalls einmal mehr ein schöner Erfolg. Und eine Stärkung der Unabhängigen GewerkschafterInnen insgesamt – nicht nur in der vida, sondern im ganzen ÖGB.

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