Der neue ÖIAG Chef: Ein Mann mit Eigenschaften

Der neue Chef heißt übrigens Markus Beyrer, war bisher in ÖVP-Ministerkabinetten und ÖVP-nahen Interessens- und Lobbyorganisationen aktiv, von der Wirtschaftkammer bis hin zur IV, wo er Generalsekretär war, kommt also direkt aus der ÖVP der Wirtschaft, kennt sich also entsprechend aus und ist daher fachlich auf jedenfall ur mehr befähigter als all die anderen, die sich da beworben haben, also ehrlich.

Nun ist er – laut Medienberichten auch mit den Stimmen der Betriebsräte (welcher Teufel die da wohl geritten hat …) – zum neuen Chef der ÖIAG, der „Verstaatlichtenholding“, jener Gesellschaft, welche nach den großen Privatisierungswellen unter rot-schwarz wie schwarz-blau die wenig verbliebenen Anteile, welche die öffentliche Hand noch an Unternehmen wie der Telekom Austria, der Post AG oder der OMV hält, verwaltet.


Aber: wie denkt Markus Beyrer? Was bewegt ihn? Lernen wir die Welt des Markus Beyrer etwas näher kennen. Lernen wir ihn näher kennen. Beyrer bloggt. Und: sein BLOG lässt keine Fragen offen. Ein Mann der messerscharfen Analyse. Ein Mann jenseits blinder Ideologie, der sich in keine Schublade stecken lässt. Ein Mann der Fairness fordern darf – weil er Fairness gibt. Ein Mann der Neid hasst. Ein Mann auf der Suche nach Wahrheit. Ein Mann dem wir Vertrauen können.

Öffentliches Eigentum ist bei ihm und seinesgleichen in besten Händen. Sagt auch die ÖVP. Sagt der Wirtschaftsbund. Sagt die Wirtschaftskammer (Leitl: „Beyrer glänzt sowohl mit umfassendem Detailwissen“, „Blick für das große Ganze“, „immer in den Dienst einer gedeihlichen Entwicklung unsers Wirtschaftsstandortes“, „die ÖIAG ist somit in besten Händen.“) Sagt Stummvoll („große wirtschaftliche Erfahrung, Kompetenz und den nötigen Weitblick“). Sagt Josef Pröll (war ja sein Wunschkandidat). Sagt Wirtschaftsminister Mitterlehner („ … ist die integrative Persönlichkeit, die das Unternehmen jetzt braucht.“) Sagt die Industriellenvereinigung ( „exzellente Sachkenntnis, umfassendes industriepolitisches Verständnis und höchster Einsatz“). Und die müssens ja wissen. Wer, wenn nicht die?

Markus Beyrer, warnt vor der Suche nach Schuldigen der Krise …

„Während sich die europäische und nationale Politik gegenwärtig darin überschlagen, angeblich Schuldige für die Finanz- und Wirtschaftskrise dingfest zu machen und diese möglichst – via neue Steuern und gesetzliche Regelungen – zu bestrafen, werden die wirklichen Gründe für die Verwundbarkeit des Euro und damit der Währungsunion – zumindest in der öffentlichen Diskussion – zur Seite geschoben.“

… weil er sie bereits gefunden hat:

„Die gegenwärtige Finanzkrise ist kein Signal für mehr Staat in der Wirtschaft. Sie ist vielmehr auch Ergebnis von eklatantem Staatsversagen.“

„Wir müssen gewisse Auswüchse der Finanzmärkte in den Griff bekommen, aber das europäische Grundproblem sind nicht die bösen Märkte und Spekulanten, sondern fehlende Haushaltsdisziplin und politische Spitzbübereien der Vergangenheit.“

Markus Beyrer, in Sachen Haushalzdisziplin ganz Demokrat:

„Es muss gelingen, die Institutionen zu stärken – sprich auch mehr Durchgriffsrechte zu erwirken und glaubwürdige Sanktionen zu beschließen.“ (alle Zitate aus „Wir haben zu wenig Europa“)

Was Markus Beyrer ehrlich empört – Undankbarkeit, Steuern und Arbeitszeitverkürzung, noch dazu mit vollem Lohnausgleich:

„Während die österreichischen Unternehmen alles tun, um möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten bzw. zu schaffen, scheinen sich die Gewerkschaften intensiv damit zu befassen, wie Jobs systematisch vernichtet werden können.
Jüngste skurrile Blüte dabei ist nach einem offen zur Schau getragenen Steuerfetischismus die Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung bei vollem (!) Lohnausgleich.“ (aus „Arbeitszeitverkürzung kostet Arbeitsplätze“)

Warum in ArbeitnehmerInnenfragen Gewerkschaften die falsche Adresse sind:

„Die Wettbewerbsfähigkeit und damit die Arbeitsplatzsicherheit kann nicht durch Verkürzung der Arbeitszeit, sondern nur durch die Möglichkeit zu mehr Flexibilität je nach Auftragslage gesteigert werden. Wenn Betriebe im Vergleich zum Mitbewerb mit kleinerem Arbeitszeitvolumen arbeiten müssen, leidet die Wettbewerbsfähigkeit massiv. Die Rechnung für die Gewerkschaftsforderung hätten dann vor allem unqualifizierte und gering qualifizierte österreichische Arbeitskräfte zu bezahlen. Mehr und mehr stellt sich die Frage, wessen Interessen die Gewerkschaften eigentlich vertreten.“ (ebd.)

Warum gerade bei Markus Beyrer die „Verstaatlichtenholding“ ÖIAG und die öffentlichen Unternehmensbeteiligungen in besten Händen sind:

„Jene, die sich nie damit abfinden konnten, dass der Staat keine dominierende Rolle in der Wirtschaft (mehr) spielt, fühlen sich angesichts der globalen Finanzkrise bestätigt: haben Sie nicht immer gesagt, dass die öffentliche Hand wieder in die Wirtschaft eingreifen, staatlicher Einfluss verbreitert werden muss, weil sonst nichts „sicher“ ist? Besonders grotesk wirken diese Stimmen in Österreich, das in den vergangenen Jahrzehnten einige der größten Debakel des Staatseinflusses im Unternehmenssektor hinnehmen musste, von denen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler noch heute belastet sind … Private Unternehmen arbeiten erfolgreicher, nachhaltiger und finanzieren übrigens damit auch den Sozialstaat besser, als dies öffentliche Unternehmen je tun könnten.“ (aus „Vermeintliche HOCH-Zeit für Ewiggestrige„)

Beyrer fordert Fairness für Manager:

„Mit Regelmäßigkeit wird das Thema „Managergehälter“ als Beispiel für Ungerechtigkeit und die „Auswüchse des Kapitalismus“ bemüht. Die Fakten zeigen jedoch: in Österreich wird bei Managergehältern im Normalfall jedenfalls das Augenmaß bewahrt.

Was die hervorragenden international tätigen Managerinnen und Manager der so wertvollen privaten österreichischen Leitbetriebe betrifft, so liegen diese in ihrer Bezahlung im europäischen Vergleich im unteren Drittel. Ihre Leistung ist hingegen europäische Spitze, was sich nicht zuletzt an den geschaffenen Arbeitsplätzen und den Kennzahlen der heimischen Vorzeigeunternehmen zeigt. (Anm: rund 60 % der Firmenpleiten liegen in Managementfehlern begründet)

Vor diesem Hintergrund nunmehr aus durchsichtigen und ideologisch motivierten Neid-Motiven eine Debatte zu „importieren“ und in der Folge beispielsweise eine Begrenzung der Einkommen zu fordern, ist schlicht absurd und vor allem überflüssig. Wie sooft hat Klassenkampf- und Ideologierhetorik wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Statt Neidkomplexe zu schüren sollten wir uns lieber im Ideenwettbewerb um die Zukunftsfragen des Industrielandes Österreich messen.“ (aus „Zwischen Neid und Wirklichkeit“)

Beyrer, in Steuerfragen ganz unideologisch:

„Ideenreichtum gibt es nur bei einnahmenseitigen Maßnahmen, sprich: neuen Steuern. Und auch hier wird teilweise mit völlig unrealistischen Zahlen argumentiert. Der Standort – also Wachstums- und Beschäftigungsverträglichkeit – scheint überhaupt ausgeblendet. Teilweise herrscht blinde Ideologie: „Die Reichen müssen zahlen“, heißt die Devise. Die Erfahrung lehrt: In einer Gesellschaft, in der Wohlstand relativ fair verteilt ist, wird vor allem der Mittelstand zahlen müssen, denn jene wenigen Bürgerinnen und Bürger, die auch nach internationalem Maßstab als „wohlhabend“ gelten können, werden ein Konsolidierungsvolumen von mehreren Milliarden Euro allein nicht finanzieren können.“ (aus „Budgetkonsolidierung – Chaos statt Konzept“)

Beyrer, ums Ansehen der Leistungsträger besorgt …

„Verfolgt man die Diskussionen der jüngsten Vergangenenheit, kann der Eindruck entstehen, Steuerhinterziehung beträfe ausnahmslos Führungskräfte aus Unternehmen, die gewissenlos neben ihren Gehältern und Einkommen auch noch an der Steuer vorbei verdienen wollen.“ (aus „Der Böse ist immer der G’Stopfte“)

… stellt klar …

„Die Diskussion um Steuerhinterziehung in Deutschland findet – wenig überraschend – auch in Österreich Niederschlag. Am Pranger stehen meist Führungskräfte. Dabei sind von Steuerhinterziehung … alle Bevölkerungsschichten betroffen. Es sind oft Symptome, die dieselbe Wurzel haben: zu hohe Steuern und Abgaben.“ (ebd.)

… und widmet sich ganz dem Kampf gegen die Neidgesellschaft …

„Woher kommt also die ständige Fokussierung auf „böse“ Managerinnen und Manager, wenn nicht auf die „Gstopften“? Die Gründe sind vielfältig:
+ Immer noch tut sich die österreichische Gesellschaft mit dem Gedanken schwer, dass wer mehr leistet auch mehr verdienen darf, jedenfalls nicht „zuviel“ mehr. Während z. B. auch in Skandinavien der Wert von Leistung und die Früchte ehrlicher Arbeit und überdurchschnittlichen Fleisses unbestritten sind, scheint es hierzulande oft, dass die Freude unverhohlen ist, wenn es wieder eine Mitbürgerin/einen Mitbürger unternehmerisch oder beruflich „erwischt“, der womöglich mehr verdient hat. Dass sie oder er vielleicht auch mehr geleistet hat, bleibt vielfach unbeachtet.

+ In Österreich spielt nach wie vor der Neid eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wer in Österreich Erfolg hat, der kann gerade hierzulande mit Missgunst rechnen. Das betrifft übrigens alle Berufsgruppen.

+ Nicht zuletzt bedienen politische Parteien diese Stimmungen nach wie vor intensiv, ja sie schaffen sie sogar, um bei den nächsten Wahlen reüssieren zu können.“ (ebd.)

Ein Mann, dem nicht nur die ÖVP vertrauen sollte.

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