Die Nächstenliebe der Caritas endet bei den Mitarbeiter*innen

von Stefan Taibl, AUGE/UG Arbeiterkammerrat, Landessprecher der AUGE/UG NÖ und Betriebsratsvorsitzender PSZ GesmbH.

Die KV-Verhandlung sind gescheitert!

Wir alle wissen, die Arbeitsbedingungen im Pflege- und Sozialbereich gehören zu den meist belastendsten Arbeitsbereichen. Die Bezahlung ist schlecht, damit einhergehend herrscht chronischer Personalmangel und die Tätigkeit ist vom Grunde her psychisch belastend. Trotzdem haben die MitarbeiterInnen auch in Zeiten der Krise vollen Einsatz gezeigt. Was also wäre das Gebot der Stunde? Arbeitsbedingungen verbessern, erträglich gestalten, Gehälter verbessern. Logisch oder? Nicht so für die Caritas als Dienstgeber.

Die Verhandlungen sind nach der 6. Runde als gescheitert zu betrachten, es kam wieder kein Abschluss zustande. Für die Beschäftigten ist es aufgrund der Krise nicht möglich einen Arbeitskampf für ihre Interessen zu führen. Und was macht der Dienstgeber Caritas?

Die Caritas stellt an die Gewerkschaften Forderungen, die die unerträglichen Arbeitsbedingungen noch verstärken würden. Beispiele: Durchrechnungszeitraum verdoppeln, also weniger Zuschläge und längere Phasen mit Mehrarbeit ohne finanziellen Ausgleich. Wochenruhezeiten reduzieren. Zuschlagsfreien Stundenrucksack, den man in den nächsten Durchrechnungszeitraum mitnehmen kann, verdoppeln. Teilweise Erhöhung der erlaubten Normalarbeitszeit. Eine starke Abflachung der Gehaltskurve, was einer Bestrafung langjähriger Mitarbeiter*innen gleich käme. Dafür sollen Vollzeitkräfte das Recht erhalten, auf 35 Stunden zu reduzieren. Selbstverständlich mit weniger Lohn und weniger Zuschlägen bei Mehrstunden. Eine Verhöhnung der Forderung nach der 35 Stunden-Woche! Damit wäre nur eine zusätzliche zuschlagsfreie Mehrarbeit ermöglicht

Die Nächstenliebe hört bei den Beschäftigten auf. Bessere Arbeitsbedingungen? Bessere Löhne? Nicht mit der Caritas als Arbeitgeber!

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