Einheitliche österreichweite Personalplanung und Personalstandards für die Bereiche Gesundheit, Pflege und Soziales


UG Forderung zu dem Thema:
Einheitliche österreichweite Personalplanung und Personalstandards für die Bereiche Gesundheit, Pflege und Soziales

Was es braucht:
Personalbedarfsberechnungen und Personalschlüssel, sowohl qualitativ (also fachlich) als auch quantitativ (Stunden und Anzahl der Beschäftigten), müssen von allen Einrichtungen im Gesundheits- Pflege- und Sozialbereich offengelegt und nachvollziehbar gemacht werden. Wir brauchen ein wissenschaftlich fundiertes Personalbemessungssystem und Empfehlungen, z.B. des Sozialministeriums und/oder von Expert*innen-Gremien, z.B. aus Berufsverbänden, die diese Pläne einsehen, überprüfen und bewerten. Dieses Personalbemessungssystem und die Empfehlungen sind umzusetzen. Abweichungen nach unten zwischen den Einrichtungen und Bundesländern sind zu thematisieren und öffentlich zu machen.

Begründung:
Das Wissen um die unterschiedlichen Krankheitsbilder und Bedarfslagen sowie um die erforderliche spezifische und fachgerechte Behandlung, Unterstützung und Pflege wächst ständig. Dies hat zur Herausbildung von verschiedenen Professionen und zu Spezialisierungen innerhalb dieser Berufe geführt.
Nur wenn Menschen die Behandlung, Unterstützung und Betreuung sowohl fachlich als auch quantitativ in dem Ausmaß, das ihren Bedürfnissen entspricht, erhalten, wird ihnen bestmöglich geholfen. Auch die richtige fachliche Qualifikation nützt nichts, wenn zu wenige Stunden mit den betroffenen Menschen gearbeitet wird.
Das bedeutet, dass klare Richtlinien benötigt werden, aus denen hervorgeht, welche fachlichen Qualifikationen bei welchen krankheits- und pflegebedarfsbedingten Bedarfslagen in welchem Ausmaß zur Verfügung stehen müssen.

Zu wenige Stunden mit den Patient*innen, zu wenig Personal und/oder falsche bzw. zu wenig fachliche Qualifikation
Diese drei Kriterien verursachen Schaden, sowohl für die Beschäftigten als auch für die Patient*innen. Falsche oder zu wenig Qualifikation bei der direkten Arbeit mit Patient*innen verursacht Überforderung und Burn-Out, ebenso wie zu wenig Personal. Mitarbeiter*innen fallen aus dem Beruf oder werden selbst krank. Aus zu wenig und nicht fachgerechter Pflege und Betreuung resultieren gravierende Schäden und unnötiges Leid bei den Patient*innen .

Leider sind diese drei Faktoren in den Einrichtungen quer durch alle Bundesländer eher die Regel als die Ausnahme. Oftmals werden Zeiten zu stark getaktet, und es wird versucht, so viele Patien*innten wie möglich innerhalb so kurzer Zeit wie möglich versorgen zu lassen. Immer wieder werden Personen mit den falschen oder ohne Qualifikationen zur „Betreuung“ herangezogen, um Kosten zu sparen. Vielfach werden Personalpläne nach rein ökonomischen Kriterien erstellt, und nicht nach den Möglichkeiten des Personals und den Bedürfnissen der Patient*innen. Antworten auf die Frage, wie die Personalschlüssel berechnet werden, bleiben entweder aus, oder es werden Konzepte vorgelegt, die am Bedarf der Klient*innen und den Erfordernissen des Personals zur fachgerechten Unterstützung völlig vorbeigehen.
Die Pflege-Personalberechnung bedarf daher dringend einer an den Bedürfnissen und Bedarfslagen der Menschen orientierten Neukonzeption.

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