Heut‘ im AK-Vorstand

Fr., 20.3., 15.30 Uhr – verdammt blöde Zeit für einen AK-Vorstand. Dementsprechend schnell wird heute alles durchgepeitscht.

akwienDirektor Muhm präsentiert den Rechnungsabschluss des Jahres 2008. Nachdem die AK immer sehr vorsichtig budgetiert – soll heissen, mit dicken Polstern bei bestimmten Posten – gibts keine unangenehmen Überraschungen. Vor lauter Einhalten des Voranschlages geht beinahe unter, dass für die Öffentlichkeitsarbeit im Vergleich zu 2007 immerhin um EUR 800.000,- mehr ausgegeben wurde. Auf Nachfrage bekomme ich erklärt, dass das in einem neuen, eigenen Jugendmarketingkonzept begründet ist.

EUR 2.200,- Subvention an das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Tagesordnung der nächsten AK-Vollversammlung am 1. April (kein Scherz!), Aufnahme von 22 KollegInnen in den kommenden Lehrgang der Wiener BetriebsrätInnen-Akademie und diverses Organisatorisches zur AK-Wahl werden beschlossen.

Präsident Tumpel beklagt den „feuchten Dreck“ an EU-Konjunkturpaketen und betont die Wichtigkeit, dass jetzt alle Staaten viel Geld in die Hand nehmen müssen.

Direktor Muhm berichtet über die Informationskampagne der AK-Wien über die AK-Wahlen, um die Wahlbeteiligung zu heben. Ausserdem werden die Vorstandsmitglieder über Personalia informiert, u.a. den Wechsel des bisherigen Leiters des Bereichs Sozialpolitik zur Sozialversicherung als Geschäftsführer.

Im Bereich Beratung wird berichtet, dass der AK/ÖGB-Insolvenzschutzverband für ArbeitnehmerInnen (ISA) und im letzten Jahr 26.034 ArbeitnehmerInnen im Insolvenzverfahren ihres Arbeitgebers vetreten hat. Tendenz steigend. Diese Vertretung umfasst Beratung und Geltendmachung bzw. Erstreitung von offenen (Gehalts-)Forderungen.

Besonders interessant der Bericht über die Ergebnisse einer Studie zu den „Motiven für die Berufswahl„: Jugendliche sind höchst orientierungslos, orientieren sich meist an den Berufen im familiären Umfeld. Kinder von Eltern mit höherer Ausbildung sind besser informiert als bildungsferne. Dort steht der Schulabschluss im Vordergrund, was danach folgen soll, bleibt vage. Beruf wird ebenso wie Bildung „vererbt“.

Wir bekommen eine Übersicht über die Konsumentenschutz-Tätigkeit im vergangenen Jahr: 140 Musterklagen, Abmahnungen bzw. Verbandsklagen und Verfahren gegen unlauteren Wettbewerb. Ausserdem Preisbeobachtungen von Lebens- und Reinigungsmittel, Analyse der Produkte und Gebühren von Finanzdienstleistungen und Versicherungen, Telefonie + Internet, Preise von Dienstleistungen, Qualität von Lebensmittel.

In den Bereichen Information, Soziales und Wirtschaft wird v.a. von öffentlichen Veranstaltungen und Pressekonferenzen der AK-Wien berichtet.

Der kleine Erfolg am Schluss: AK und die Gewerkschaft vida konnten verhindern, dass die letzten 60(?) Beschäftigen der „Ersten Österreichischen Donaudampfschifffahrtsgesellschaft mbH“ nach Ungarn „ausgeflaggt“, d.h., nach Ungarn ausgelagert werden. Das hätte für sie kurz- bis mittelfristig Verschlechterungen bei Arbeitsbedingungen und Arbeitsrechten bedeutet und sie wären aus der österreichischen Kranken-, Unfall-, Arbeitslosen- und Pensionsversicherung herausgefallen. Teilweise war den Beschäftigten sogar nahegelegt worden, Arbeitsverträge aus Zypern zu akzeptieren.
Im Gegenzug wurden die kollektivvertragliche Regelungen über Nachtzuschläge überarbeitet. Nach Ansicht der AK ist dies angesichts der prekären Ausgangssituation ein hervorragendes Ergebnis. Ohne die Situation genauer zu kennen, hege ich den Verdacht, dass sie (diesmal) damit recht haben …

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