Im Fahrplandialog mit der ÖBB

Schon gewusst: die Hälfte der ArbeitnehmerInnen in Österreich sind PendlerInnen. Nach Wien pendeln 25% der Beschäftigten ein, zwei Drittel davon mit dem PKW, davon die Hälfte auf den PKW angewiesen, die andere Hälfte theoretisch für den öffentlichen Verkehr gewinnbar. Wenn, – ja, wenn die Öffis attraktiv genug wären.

Die AUGE/UG war eingeladen zum Fahrplandialog mit den ÖBB. Diese war hochrangig vertreten mit dem Leiter des Regionalmanagements und den Regionalbetreuern der verschiedenen Regionen NÖs, des Burgenlands und Wiens. Und die versuchten uns – verschiedene ArbeitnehmerInnen-VertreterInnen inklusive AK – davon zu überzeugen, dass eh alles gut ist. Ist ihnen nicht gelungen – dazu sassen zu viele gegenteilige Erfahrungen aus verschiedenen Regionen am Tisch -, also haben sie diese Strategie wieder aufgegeben.

Sie gaben zu, dass bei weitem nicht alles so ist, wie’s auch sie gerne hätten. Aber es fehle eben das Geld. Denn was volkswirtschaftlich sinnvoll ist, rechnet sich betriebswirtschaftlich nicht und solange der Besteller Öffentliche Hand nicht bereit ist, mehr Geld reinzustecken, wird’s nicht besser werden. Dabei wäre das ÖBB-Ziel, Schweizerische Verhältnisse zu schaffen. Jedenfalls habe man erkannt, dass mehr kommuniziert werden müsse. Deshalb beginnen sie jetzt in NÖ-Kleinregionen mit Kontakt zu Gemeinden und Dialog mit ArbeitnehmerInnen-VertreterInnen soll auch fortgesetzt werden. Wir bleiben dran!

Übrigens: von den ca. 2 Mrd. beförderten BahnkundInnen sind 15% (30 Mio) im Fernverkehr und 85% (170 Mio) im Nahverkehr unterwegs – wo bleibt deren Lobby?

8 Kommentare

  1. Andy sagt:

    Von wegen Geld reinstecken – wäre die ÖBB privat, ginge auch was weiter in Punkto Kundennähe!
    Solange sie der Vorruhestand für unfähige oder ausgemusterte Parlamentarier und deren Sekretäre ist, wird
    sich nichts ändern, ausser den Betriebskosten, die steigen aber sowieso logaritmisch seit ungefähr 40 Jahren.
    Naja, wollmas ned übertreiben, denn Bahnfahren war bis ungefähr 1978 (gefühlt) billiger als autofahren, zumindest, wenn
    man den Kaufpreis des Autos wegrechnet. Heutzutage ist das Öffiticket ja schon fast ein Grund, sich
    einen A8 zu kaufen, wenigstens gebraucht, weil die ÖBB nach dem Motto arbeitet:

    „Wenn wir weniger Kunden haben, machen wir eben die Tickets teurer!“

    Super Idee, um als Manager sein Talent zu beweisen. Ich sehe schon den Darabos auf dem Chefsessel, der Faymann hat ja den Weg schon geebnet, und
    als „Manager“ hat er auch schon bewiesen, dass er „verstaatlichtentauglich“ ist.

  2. Sarah Stern sagt:

    Meine ganz subjektive Empfindung und Erfahrung:

    ich habe den Eindruck, dass sich die Preise seit Einführung der Vorteilscard verdoppelt haben. Dass ich also jetzt mit Vorteilscard etwa die gleichen Preise zahle, wie vorher ohne. Mit Zahlen kann ich das nicht belegen, denn die waren schwer zu finden.

    In den letzten Jahren war ich mit wenig Geld ausgestattet. Eine sogenannte Mindestverdienerin aus dem neuen Prekariat.

    Im Jahr 2008 bin ich 10-15 mal eine Reise nicht angetreten, weil sie mir definitiv von den Bahnkosten her zu teuer war.
    So bin ich zu Hause geblieben.

    Was für die ÖBB wirtschaftlich ist, kann ich schwer einschätzen. Ich sehe aber im Bekanntenkreis viele, die so wie ich so manche Reise nicht antreten. Ob das auf Dauer die ÖBB-Kassen füllt ???

    Mit umweltfreundlichen Grüssen,

    Sarah Stern

  3. anton sagt:

    also bei aller liebe, aber schaut euch bitte nochmals den text an.
    der anfang passt nicht – ergibt keinen sinn.

    und 2 mrd reisende werden wir wahrscheinlich nie im leben befördern.

    zu andy: schau dir mal die „tollen“ privatbahnen in england an und dann versuch das objektiv mit den öbb zu vergleichen.

    anton

  4. Andy sagt:

    @anton:

    Das übliche Totschlagargument der SPÖ gegen Privatisierung wird langweilig, wenn dadurch Diskussionen im Keim erstickt werden sollen. Vergleiche doch lieber mir der DB Regio, da kommt man der sache schon näher.

  5. augeug sagt:

    @anton:

    das mit den zahlen stimmt – das ist ein blödsinn. muss wohl 200 Mio heissen. hatte wohl schon ein bisschen die konzentration gefehlt …

    woh hingegen der sinn im anfang fehlen soll, ist mir nicht ganz nachvollziehbar: was meinst du?

  6. Michael sagt:

    also wer mal den rechner in die hand nimmt und (variable) autokosten und öbb tickets (mit vorteilscard) vergleicht, der merkt eigentlich, das alleine fahren auf jeden fall mit der öbb billiger kommt.

    vergleich mit anderen bahnen: ich bin regelmäßig in südtirol und fahre da mit italienischen staatsbahnen: rollendes material und bahnhöfe sind wie bei uns in der 70ern. anders der südtiroler verkehrsverbund: super angebot (zumeist halbstundentakt), billige preise und super tarifsystem (mit wertkarte, km preis wird billiger je öfter man fährt, egal welche strecke, egal welcher zeitraum, das ist super für umsteiger vom auto oder für unregelmäßige nutzerinnen…)

    worunter ich allerdings in letzter zeit stöhne sind dir überhand nehmenden verspätungen (sowohl beim pendeln nach wien als auch nach südtirol)

    lg michael

  7. Markus sagt:

    muss jedenfalls 200 mio heißen (geht ja dann aus dem text auch recht klar hervor). vertippen darf schon mal vorkommen 😉

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