Information des Siemens-Betriebsrates vom 11.06.2010 anlässlich der Eröffnung der Siemens-City in Wien

Heute, am 11. Juni jagen einander die Großereignisse, denn es wird nicht nur die Fußball-WM in Südafrika eröffnet, sondern auch mit einem großen Fest die neue Siemens-City in Wien 😉

Die neue Siemens-City hat viele Millionen gekostet. Geld, das wir Beschäftigte mit unserer Leistung erwirtschaftet haben. Ob sich diese Investition lohnt, ob es dem eher tristen Industrieumfeld den notwendigen „Kick“ gibt, um es wertvoll werden zu lassen, wird die Zukunft zeigen. Dazu muss Siemens wieder für soziale Verantwortung, für innovative Produkte und in die Zukunft gerichtete Geschäftsstrategien stehen – und nicht durch Personalabbau, Millionengagen für die obersten Manager, Schmiergeldaffären und Betrugsverdacht die Schlagzeilen füllen.

Wahrscheinlich wäre es sinnvoller gewesen, ein paar der Millionen Euro, die die neue Siemens-City gekostet hat, in Forschung und Entwicklung zu investieren. Vielleicht hätte ein wenig mehr Offenheit des obersten Managements gegenüber Ideen der Belegschaft und ihrer Vertretung einigen KollegInnen ihren Job gerettet.

Wir wollen aber die Hoffnung nicht aufgeben, dass sich unsere ManagerInnen wieder einmal auf die Grundwerte besinnen, die Siemens einst groß gemacht haben.

In den letzten Monaten haben viele hunderte KollegInnen ihren Arbeitsplatz verloren, weil unserem Arbeitgeber Siemens der Profit wichtiger ist als das Schicksal der MitarbeiterInnen und ihrer Familien. Zusammen mit ihren Angehörigen sind es tausende Menschen, die gerade in einer allgemeinen Wirtschaftskrise mit dem Verlust ihrer Arbeit einen dramatischen Schicksalsschlag hinnehmen mussten. Das Management der Siemens AG Österreich trägt dafür die Verantwortung.

Die Vorsitzenden und StellvertreterInnen der Betriebsratskörperschaften der Siemens-Softwaresparte SIS SDE (ehemalige PSE) haben beschlossen, der Eröffnungsfeier fernzubleiben. Das geschieht aus persönlicher Betroffenheit über die Ereignisse der letzten Monate, in denen viele KollegInnen die Rechnung für die Fehler des Managements zahlen mussten und ihren Arbeitsplatz verloren. Wir bringen es aus Respekt gegenüber diesen KollegInnen nicht übers Herz, gemeinsam mit den Verantwortlichen für diese Ereignisse zu feiern.

Liebe Grüße,

Ataollah Samadani, Vorsitzender Betriebsrat SIS & CT

Gemeinsam stellen wir die Weichen in die Zukunft!

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Ataollah Samadani
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