Krötenwanderung: Grußbotschaft der Initiative für kostenlose Notschlafplätze

thehandthattakes1Wer ist die INKONO?

Die Initiative für kostenlose Notschlafplätze („INKONO“) wurde von MitarbeiterInnen der Wiener Wohnungslosenhilfe gemeinsam mit dem Österreichischen Berufsverband der SozialarbeiterInnen, Landesgruppe Wien, ins Leben gerufen.

Unterstützt wird die Initiative bisher von: Straßenzeitung Augustin, Libertäre Initiative Sozial Arbeitender (LISA), Interessensgemeinschaft GPA-djp work@social, Konsequente Interessenvertretung /Unabhängige GewerkschafterInnen in der GdG – KMSfB, Armutskonferenz, Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAWO), Aktive Arbeitslose und Netzwerk Grundeinkommen und sozialer Zusammenhalt – BIEN Austria.

Worum gehts?

Im Rahmen der Einführung der Bedarfsorientierten Mindestsicherung hat der Fond Soziales Wien (FSW) beschlossen, dass wohnungslose Menschen ab 1. September die Nachtnotquartiere nur noch 2 Monate kostenlos nutzen dürfen. Danach wird ein „Kostenbeitrag“ von 4 Euro pro Nacht bzw. 120 Euro pro Monat für die Übernachtung eingehoben. Damit wird von der bisherigen Praxis, die Schlafplätze generell kostenlos zur Verfügung zu stellen, abgegangen.

Diese problematische Entwicklung und als Sanktion gegen ohnehin hilfsbedürftige Menschen empfundene Maßnahme löste Unverständnis  bei KollegInnen der Wiener Wohnungslosenhilfe aus. Deshalb riefen sie gemeinsam mit dem OBDS die INKONO ins Leben und schlossen sich unserer Krötenwanderung und der Forderung nach einer Sozialmilliarde an.

Die Grußbotschaft der INKONO:

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Wir, die InitiatorInnen der Initiative für kostenlose Notschlafplätze, können heute nicht persönlich zu euch sprechen, da wir als MitarbeiterInnen in vom FSW geförderten Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe bei öffentlicher Kritik am Auftraggeber mit Arbeitsplatzverlust zu rechnen haben!

Nichts desto trotz haben wir diese Initiative ins Leben gerufen, um seitens der Basis ein Zeichen des Widerstandes zu setzen und klar zu machen, nicht mehr alles widerspruchslos zu schlucken.

Weshalb sich die sozialdemokratische Stadtregierung tatsächlich zu dieser Maßnahme hat hinreißen lassen, bleibt ein Rätsel. Denn die Argumentation, dass Obdachlose seit der Einführung der Mindestsicherung 186 Euro Wohnkostenanteil erhalten und diesen nun für die Nächtigung bezahlen sollen, ist nicht nur sozialer Zynismus sondern auch ökonomischer Schwachsinn!

Es soll auch an dieser Stelle ausdrücklich erwähnt werden: Es handelt sich bei Nächtigungen in Notschlafstellen definitiv NICHT um Wohnen!!!

Während die Zahl der Delogierungen steigt und zigtausende Wohnungen in Wien leer stehen, will Sozialstadträtin Wehsely nun jene zur Kasse bitten, die bereits alles verloren haben. Verkauft wird diese Maßnahme im neoliberalen Rhetorikmäntelchen als „sozialpolitische Steuerung“.

Wir sind uns darüber im Klaren, dass diese Maßnahme nur eine von vielen Zumutungen darstellt, die in den letzten Monaten geschehen sind, und sie wird nicht die letzte sein!

Aus diesem Grund appellieren wir an alle Kolleginnen und Kollegen sich zu organisieren und zu vernetzen und sich mit jenen zu solidarisieren, die auf unsere Unterstützung angewiesen sind!

Wir denken, diese Botschaft drückt gut aus, worum es uns auch bei der Krötenwanderung ging: um Solidarisierung, um Vernetzung und darum, keine Angst mehr haben zu müssen vor Restriktionen, wenn die Basis gemeinsam gegen Ungerechtigkeiten auftritt!

Unterstützt mit uns gemeinsam die KollegInnen und unterzeichnet die Onlinepetition: Nächtigungsgebühr STOPPEN!

Nähere Infos zu INKONO und den Anliegen online unter: wohnungslos.wordpress.com

Oder auch via Facebook  Gruppe Nächtigungsgebühr stoppen!

Obdachlose wehren sich!

Obdachlose rufen zu einer Demonstration gegen die Nächtigungsgebühr auf:

am 09. Oktober – Treffpunkt: 09-09:30 am Christian-Broda Platz Abschlusskundgebung am Rathausplatz
Flugblatt zur Demo
HIER

Wir solidarisieren uns mit diesem Aufruf und appellieren an alle diesen Protest zu unterstützen!

2 Kommentare

  1. Update zum AUGE-Antrag zu INKONO in der Arbeiterkammer:

    Was am 13.12.2010 im Ausschuss für Kommunal- und regionalpolitik der Arbeiterkammer Wien zu unserem (AUGE/UG) gestellten Antrag zur Utnerstützung der INKONO-Anliegen UNGEHEUERLICHES geschah, könnt Ihr in meinem Bericht dazu unter dem Titel „FSG in der AK-Wien – verlängerter Arm der Stadtregierung?“ nachlesen:
    – auf dem Belvedergasse-Blog der AUGE/UG: https://blog.diealternative.org/
    – auf der KIV-HP: https://www.kiv.at/arbeiterkammer

    Wieder einmal ein Beweis dafür, was den treuen Sozialdemokraten – egal in welcher Organisatione – wirklich am Herzen liegt…

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