KV Verhandlungen Frühjahrsrunde 2022

Albert Steinhauser (AUGE/UG), Sekretär im Bereich KV-Verhandlungen der GPA
Albert Steinhauser (AUGE/UG), Sekretär im Bereich KV-Verhandlungen der GPA

Schwierig verlaufen heuer die Verhandlungen zu den Kollektivverträgen im Frühjahr. Hintergrund ist mit Sicherheit die massiv gestiegene Inflation. Damit müssen Abschlusshöhen erreicht werden, die die Arbeitgeberseite nicht gewohnt ist bzw. „gefühlt“ für nicht angemessen hält. Tatsächlich waren aber noch in den 1970er-Jahren bei hoher Inflation sogar Abschlüsse von 7 bis 9 % jährlich nicht unüblich.

Dazu kommt, dass die gestiegenen Energiekosten und Probleme bei den Lieferketten, sowie Auswirkungen des Ukraine-Kriegs für Unruhe bei den UnternehmerInnen sorgen. Tatsache ist aber, bei KV-Verhandlungen wird auf die wirtschaftliche Entwicklung des vergangenen Jahres zurückgeschaut und das Erwirtschaftete verteilt. In den aller meisten Branchen war das letzte Jahr von wirtschaftlicher Erholung und deutlichem Aufschwung geprägt. In Kombination mit den massiv gestiegenen Lebenshaltungskosten für die Beschäftigten muss aus gewerkschaftlicher Sicht auf spürbare Abschlüsse gedrängt werden, allenfalls auch mit Kampfmaßnahmen. Die Beschäftigten der Elektro- und Elektronikindustrie, sowie der Chemieindustrie halten bereits Betriebsversammlungen ab. Bei einem weiteren Scheitern der nächsten Verhandlungsrunde werden wohl Warnstreiks folgen.

Aktuelle Abschlüsse

Abgeschlossen haben zuletzt die Textilindustrie (ab 1.4.) mit 4,5 Prozent KV- und 4,2 Prozent IST-Erhöhung plus künftig am 24.12. arbeitsfrei, sowie die Privaten Bildungseinrichtungen (ab 1.5.) mit 3,6 bis 3,9 Prozent KV- und 3,4 bis 3,9 Prozent IST-Erhöhung plus früheres Erreichen der 6. Urlaubswoche.

Albert Steinhauser

weiterführende Infos

KV-Verhandlungen zur chemischen Industrie

KV-Verhandlungen zur Elektro-/Elektronikindustrie

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