Theaterkritik „Tschernobyl“ – Theater WERK X-Petersplatz


Fotocredits: Foto Tschernobyl, 09/2021, Werk X im Bild: Lorenz Pell und Grace Marta Latigo. Fotocredit: Bettina Frenzel |

„Und eines Tages wird aus dir unerwartet ein Tschernobyl-Mensch“ *
Vor fünfunddreißig Jahren ereignete sich im Kernkraftwerk Tschernobyl eineReaktorkatastrophe. „Tschernobyl“ konfrontiert auf der Bühne mit dem
Trauma der Hinterbliebenen.

Am 26.April 1986 kam es im Reaktorblock 4 des Kernkraftwerkes Tschernobyl zu
einer Nuklearkatastrophe.
Welche Auswirkungen hatte das Unglück auf die Bewohner von Belarus, der Ukraine
und Europa?
Der Regisseur Alireza Daryanavard simuliert in „Tschernobyl. Eine Chronik der
Zukunft“ das gegenwärtige Leben in der Sperrzone rings um den explodierten
Reaktor, wo sich wiederholt Menschen angesiedelt haben. Sie erinnern sich an die
miterlebte Katastrophe und erzählen vom Leben damals, den gravierenden
Veränderungen nach dem Super-GAU.
Die Überlebenden sprechen stellvertretend für Jene, denen eine friedliche Nutzung
der Atomenergie versprochen wurde, die jedoch Opfer des Reaktorunglücks wurden.
Ausdrucksstarke Stimmen von Grace Marta Latigo und
Simonida Selimović etc.
vermittelten atmosphärisch ein Stimmungsbild von den Langzeitauswirkungen des
Reaktorunfalls. Das Bild vom toten Kind, getragen auf einer Tür, blieb nächtelang in
meiner Erinnerung.
Alireza Daryanavard setzt allgegenwärtigen Verdrängungsmechanismen eine
theatrale Aufarbeitung entgegen, stützt sich auf Interviews aus „Tschernobyl“ von
Sweltlana Alexijewitsch.
Ein Theaterabend, der Gänsehaut erzeugte.
Cornelia Stahl
+ Die Autorin dankt dem Theater WERK X-Petersplatz für die kostenfreie Pressekarte!
*Zitat aus: „Tschernobyl“ von Sweltlana Alexijewitsch
Informationen zum aktuellen Spielplan unter https://werk-x.at/
Fotocredits: Foto Tschernobyl, 09/2021, Werk X

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