Die ÖGB Fachbuchhandlung muss bleiben!


Die ÖGB-Fachbuchhandlung in Wien soll geschlossen werden. Diese war seit Jahrzehnten treue Begleiterin Tausender Gewerkschafter*innen, Betriebsrät*innen, Personalvertreter*innen, Studierender und allgemein politisch interessierter Menschen.

Unterzeichne auch du die Petition an den ÖGB-Verlag und ÖGB-Präsident Katzian.

Hier geht’s zur Petition.

 

Stellungnahmen von Weggefährt*innen der ÖGB Fachbbuchhandlung:

 

Die Absicht die ÖGB-Fachbuchhandlung zu schließen ­(ich spreche von Absicht, weil ich die Hoffnung habe, dass es nicht zur Durchfü­hrung des Vorhabens kommt!), bedauere ich sehr. Das ist mit Sicherheit ein großer Fehler! Ich habe, so wie viele BetriebsrätInnen und GewerkschafterInnen, die gesamte Fachliteratur, die ich für meine Funktion als Betriebsrätin gebraucht habe, von dort bezogen. Wenn Literatur nur mehr über unpersönliche digitale Bestellungen gekauft werden kann, geht viel verloren. Denn die Beratungsgespräche, das Schmökern in der gut ausgestatteten Buchhandlung waren sehr wichtig für mich und haben mir bei der Auswahl und dem Kauf der Bücher sehr geholfen.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Bedeutung der Lage der ÖGB-Buchhandlung. Denn die Fachbuchhandlung befindet sich an einem zentralen, neuralgischen Punkt der Stadt, nämlich im Einzugsgebiet vieler StudentInnen, die bestimmt immer wieder Bücher von dort beziehen. Und dieser Kauf wird im Bewusstsein getätigt, dass diese Buchhandlung die Fachbuchhandlung des ÖGB ist!

Wir brauchen die Fachbuchhandlung, bitte schließt sie nicht!

Dr. Ursula Eisenmenger-Klug

Betriebsratsvorsitzende, Arbeiterkammerrätin

Museen der Stadt Wien – Stadtarchäologie

 


Ein sehr trauriger Tag für den Stellenwert von Bildung und Kultur in der Gewerkschaftsbewegung. Dem „lesenden Arbeiter“, wie ihn Bert Brecht beschrieb und damit auch allen Gruppen, die er repräsentiert, wird ein weiterer Baustein zur gesellschaftlichen Teilhabe genommen und echte Bildung damit auch wieder ein Stück weniger erreichbar. In Zeiten wo Universitäten immer verschulter werden, darf nicht auch noch einer der letzten Diskursräume gewerkschaftlicher Bildung geschlossen werden! Langfristig muss im Gegenteil gerade ein möglichst breiter Zugang zu Bildung und Kultur ein tragfähiges Gegengewicht bilden zu immer mehr Leistungsdruck, Profitdenken und vermehrter Faktenskepsis. Diesen Zugang nur als Ware zu betrachten, halte ich für eine schweren, strategischen Fehler.

Marion Polaschek

Erstunterzeichnerin der UG – Unabhängige GewerkschafterInnen im ÖGB

BRV-Stellvertreterin des allgemeinen Personal der Universität Wien

 


Ein Leben ohne „meine“ ÖGB-Buchhandlung will ich mir gar nicht erst vorstellen!
Eine Freundin, seit kurzem Betriebsrätin,  hat Geburtstag – was schenk ich ihr? Ein Buch natürlich. Aber welches?? Die BuchhändlerInnen in „meiner“ Lieblingsbuchhandlung  beraten mich freundlich und kompetent und  lassen mich in Ruhe gustieren. Wenn es doch einmal passiert, dass ein Buch nicht vorrätig ist – kein Problem, es wird bestellt und ich kann es in kürzester Zeit abholen.

Wir müssen alles dran setzen, dass wir unsere Buchhandlung vorm Zusperren retten!! Gemeinsam schaffen wir das!

Renate Sassmann

(ehemalige) AUGE/UG Wien Mitarbeiterin

 


Sehr geehrte Frau Krassnitzer,
lieber Ingrid, lieber Wolfgang, lieber Willy,

mit großem Entsetzen habe ich aus dem Falter erfahren, dass die ÖGB-Fachbuchhandlung nächstes Jahr geschlossen werden soll.
Das ist nicht gut!
Ich protestiere dagegen!
Ich ersuche Sie/Euch von diesem Schritt Abstand zu nehmen.

Die ÖGB-Fachbuchhandlung hat sich in den letzten Jahren zu einem Zentrum der offenen, fortschrittlichen, linken und vor allem gewerkschaftlichen Diskussion entwickelt. Ich selbst habe mehrere Buchvorstellungen besucht, z.B. jene von Kurt Lang über den Februar 1934 oder der von Fritz Keller über Algerien.

Ich selbst durfte dort mein Buch „Lohnpolitik – Zur Relevanz der produktivitätsorientierten und solidarischen Lohnpolitik in Österreich“, das im ÖGB-Verlag erschienen ist, vorstellen. Mein Gesprächspartner damals war Jimmy Müller.
Ich möchte auch betonen, dass mich Martin Arthaber bei der Organisation der Vorstellung sehr unterstützt hat.

Ich ersuche Sie/Euch daher diese wichtige Buchhandlung bzw. Zentrum für gewerkschaftliche Auseinandersetzung weiter bestehen zu lassen.

Mit gewerkschaftlichem Gruß
Fritz Schiller

Dr. Friedrich Schiller
Prokurist
Vorsitzender des Betriebsrates Raiffeisen Kapitalanlage GesmbH

 


Bücher, Gewerkschaften und Bewegungen

Was im 19. Jahrhundert mit Arbeiterbildungsvereinen begann, wurde durch zwei Weltkriege, sowie durch die Austrofaschisten und die nationalsozialistischen Faschisten teilweise unterbrochen oder stark eingeschränkt: Die Bildungsbewegung der Arbeitnehmer*innen.
Der Wiederaufbau der österreichischen Gewerkschaften nach 1945 gilt weltweit als Vorbild für verhandlungsstarke und gut organisierte Vertretung der Arbeiter, Angestellten und Beamten. Wenngleich manche Konflikte mit der Umwelt- Anti-AKW- und Friedensbewegung heftig ausgetragen wurden, an der Bildungsarbeit, von der Arbeitergeschichte, über die Zeitschrift „Arbeit & Wirtschaft“ bis hin zur Verlags- und Buchhandlungsarbeit des ÖGB, haben zigtausende Funktionär*innen und Interessierte teilgenommen. Eine Bildungsarbeit, die für Stärke, Akzeptanz der und das solidarische Bewusstsein in den österreichischen Gewerkschaften Voraussetzung war und ist.

Leider sind die Gewerkschaften 2021 vielfach auf die Verteidigung des Erreichten zurückgedrängt. Die Bewusstseinsarbeit ist mehr denn je eine notwendige Voraussetzung, um gegen neue Bedrohungen von konzern- und finanzgesteuerten Netzwerken und Institutionen, sowie gegen neue faschistische Strömungen und Verschwörungstheorien zu bestehen. Die Förderung und die Verbreitung von solidaritätsfördernden Büchern für die Menschen in Österreich ist unabdingbarer Bestandteil dieser Bildungsarbeit.
Für emanzipierte Organisationen der Arbeitnehmer*innen, der Frauen, der Friedensliebenden und der Umweltbewussten wird die Verlags- und Buchhandlungsarbeit des ÖGB eine Überlebensfrage sein.

Luis Stabauer
Schriftsteller, Wien und Seewalchen

 


Für den Erhalt der ÖGB-Fachbuchhandlung!
Die ÖGB-Fachbuchhandlung in Wien – seit Jahrzehnten treue Begleiterin tausender Gewerkschafter_innen, Betriebsrät_innen, PersonalvertreterInnen, Studierenden und allgemein politisch interessierter Menschen – soll geschlossen werden.
Es ist soviel mehr als eine Verkaufsraum: ein Ort des Austausches und der Diskussion. Gerade in Zeiten wie diesen sind solche Orte wichtig.
Gerade für die Gewerkschaft!
Absehen von den ausgewählten tollen Büchern die es dort zu erstehen gibt, war ich auch auf vielen linken Veranstaltungen und Buchvorstellungen dort. Eine ist mir besonders in Erinnerung. 2018 war dort die Veranstaltung „Zwischen Erinnerung und Verdrängung“ – drei Buchpräsentationen von Zeitgeschichte-Studierenden. Es war eine sehr feine Veranstaltung und eine sehr spannende Diskussion u.a. über Erinnerungspoltitik. (Mit Oliver Rathkolb und den Autor_innen Stephanie de la Barra, Katherina Prager, Stephan Turmalin, moderiert von Barbara Toth.)
Zudem ist auch ein guter Standort für eine ÖGB-Fachbuchhandlung. Studierende und politische Interessierte kommen dort oft zum ersten Mal mit der Gewerkschaft in Kontakt. Das ist so viel mehr Wert, als diese Profitlogik.
Darum unterstütze ich die Petition für den Erhalt der ÖGB-Fachbuchhandlung und fordere den ÖGB auf die Fachbuchhaltung zu behalten.
Mach auch du mit!
Karin Stanger
Bundesvorständin AUGE/UG, Bundesvorständin GPA, Arbeiterkammerrätin Wien

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