Home-Office, Mobiles Arbeiten und Telearbeit


Outcome der Wiener AUGE/UG Betriebsrat-Vernetzung

Im Oktober fand unsere Betriebsrat-Vernetzung zum Thema Home-Office, Mobiles Arbeiten und Telearbeit in den Räumlichkeiten des ÖGB statt. Auf Basis der Erfahrungen während des Lockdowns haben die Betriebsrät_innen der AUGE/UG gemeinsam darüber diskutiert, wie die Arbeit von zuhause gestaltet werden soll und welche Risiken sie birgt.

Es hat sich gezeigt, dass ortsunabhängiges Arbeiten auch abseits von Corona im Trend liegt – aber nicht bei allen. Gerade für Arbeitnehmer_innen die keine passende Arbeitssituation in ihrem Zuhause vorfinden, Betreuungspflichten haben, neu im Betrieb sind oder für ihre Arbeit auf den Austausch mit Kolleg_innen angewiesen sind, ist Home-Office keine praktikable Lösung. Zudem erhöht sich die Gefahr, dass länger – und häufig auch außerhalb der vereinbarten Arbeitszeiten – gearbeitet wird. Die Abgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben fällt schwerer und führt vor allem bei Frauen* oft zu mehr Belastung. Auch die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Arbeitnehmer_innen war in unserer Diskussion ein großes Thema – Stichwort Vereinsamung. Geburtstagsfeiern im Büro und andere soziale Kontakte werden mit Home-Office deutlich reduziert. Auch Betriebsratsarbeit und Arbeitskämpfe werden erschwert, wenn Kolleg_innen nicht mehr im Betrieb, in der Kantine, am Gang oder eben im Betriebsratsbüro angetroffen werden.

Dennoch gibt es auch positive Seiten: Anfahrtswege fallen weg und Privat- und Berufsleben lassen sich mitunter besser in Einklang bringen, die zeitliche und örtliche Souveränität der Arbeitnehmer_innen steigt. Und das gefällt vielen Arbeitnehmer_innen.

Aber Achtung! Auch Arbeitgeber_innen wittern Vorteile, die wiederum oft zu Lasten der Beschäftigten gehen. So können zahlreiche Kosten dadurch auf die Arbeitnehmer_innen abgewälzt werden: Miete, Heizung, Strom, (mobile) Arbeitsgeräte, Klimaanlage, Kantine, Kaffeeküche, Versicherung – um nur einige zu nennen. Überwachung, Leistungs- und Verhaltenskontrollen können für Chefs und Chefinnen mitunter ebenso erleichtert werden. Viele Arbeitgeber_innen sehen darin die Möglichkeit sich Kosten für die entsprechenden Räumlichkeiten zu ersparen und wollen Mitarbeiter_innen daher kein Büro bzw. keinen fixen Arbeitsplatz mehr zur Verfügung stellen.

Bei unserem Treffen hat sich gezeigt, dass Betriebsrät_innen hier in einem Spannungsverhältnis stehen und es wichtig ist, Arbeitnehmer_innen gut zu informieren und zu schützen. Wir haben diskutiert welche (rechtlichen) Forderungen wir diesbzgl. an die Politik haben und welche zentralen Fragen in Betriebsvereinbarungen oder Kollektivverträgen geregelt werden müssen.

Hier findet ihr das Factsheet, dass im Zuge der BR-Vernetzung entstanden ist:

Factsheet Home-Office, Mobiles Arbeiten, Telearbeit

2 Kommentare

  1. stefan sagt:

    factsheet link geht nicht.

    1. auge/ug sagt:

      Habe es kontrolliert, die Einstellungen passen, sollte jedenfalls funktionieren. Falls es trotzdem nicht geht, gerne ein Mail an auge@ug-oegb.at schicken und wir schicken es dir zu.

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