Verlängerung der Sonderbetreuungszeit: Unsicherheit der Eltern bleibt


Vera Koller, Landessprecherin AUGE/UG-Wien
Die Sonderbetreuungszeit nicht zu verlängern, weil kein Bedarf daran mehr besteht, war an Zynismus nicht zu überbieten.

Nicht nur, dass der immer schon sehr eingeschränkte Anspruch auf Sonderbetreuungszeit bei Kindergärten oder Schulschließungen ohne Betreuung des Kindes bzw. bei Absonderung von pflegebedürftigen Angehörigen mit Ende Juli ausgelaufen ist, ist es derzeit auch nicht möglich eine einvernehmlich Sonderbetreuungszeit mit Kostenersatz durch den Bund zu vereinbaren.

Die Begründung dafür lautete schlichtweg: die Sonderbetreuung wurde nicht mehr so stark in Anspruch genommen.

Dieses Faktum ist nach den geringeren Corona Zahlen ab Juni und den dazwischen liegenden Sommerferien nachzuvollziehen und kaum jemand wird es in Frage stellen.

Gleichzeitig bewies diese Begründung wieder einmal die Kurzsichtigkeit der verantwortlichen Personen. Seit Wochen steigen die Zahlen, ohne das Schulen überhaupt noch geöffnet wurden.

Wieder einmal stehen Eltern vor der unlösbaren Aufgabe ihre Kinder während Erkrankung, Quarantäne und noch zu erwarteten Klassenschließungen zu betreuen. Die Unsicherheit wächst, viele fühlen sich wie schon so oft alleingelassen. Auch mit 2-maliger Impfung ist es möglich zu erkranken und Symptome zu entwickeln.

Der Verweis auf die vorhandene Möglichkeit Pflegfreistellung in Anspruch zu nehmen, ist in Anbetracht des Verbrauchs an Pflegezeit, Urlaub usw. im Verlauf des gesamten Jahres nur mehr als Farce zu sehen.

Überspitzt formuliert könnte man denken: Liebe Eltern infiziert euch, dann seid ihr wenigstens offiziell krank und könnt während dessen eure Kinder betreuen.

Nach dem dringlichen Aufschrei der Gewerkschaften und vieler weiterer, ist Arbeitsminister Kocher nun spät aber doch zu der Ansicht gelangt, dass es ohne Sonderbetreuungszeit nicht gehen wird. Mit Oktober soll es wieder eine Möglichkeit der Inanspruchnahme geben. Ob diese mit einem Anspruch ausgestattet ist, bleibt abzuwarten.

Für viele Eltern heißt das, die Unsicherheit bleibt!

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