UG-Vorsitzende Polaschek fordert: Schluss mit Beeinflussung, Abwertung und Einschüchterung der Wissenschaft!


Marion Polaschek, Vorsitzende der Unabhängigen GewerkschafterInnen

Die Unabhängigen GewerkschafterInnen (UG) sehen dringenden Handlungsbedarf zugunsten von Wissensarbeiter:innen

„Nicht erst seit dem tragischen Tod einer engagierten Ärztin und der entsetzlichen Vorgeschichte wird deutlich, wie gering rationale und sachliche Herangehensweise in Österreich geschätzt wird“, sagt Marion Polaschek, Vorsitzende der Unabhängigen GewerkschafterInnen im ÖGB, und führt aus: „Dieser niederschmetternde Höhepunkt von entfesselter und brutaler Irrationalität gegenüber Menschen, deren höchstes Ziel es war, anderen professionell zu helfen, ist keineswegs überraschend. Seit Jahren rangieren hierzulande Beliebtheitswerte und Vertrauen in die Wissenschaft im Europavergleich stets auf den letzten Plätzen.

Österreichs Bevölkerung spricht in den Eurobarometer Umfragen nicht nur der Wissenschaft an sich das Vertrauen ab. Sie interessiert sich erst gar nicht dafür und hat wenig Lust sich damit auseinanderzusetzen. Aber was am erschreckendsten ist: Wissenschaftler:innen werden regelmäßig als unehrlich, unintelligent und auch egoistisch bewertet.

Wenn wir uns dieses Meinungsbild ansehen, dann müssen bei allen Verantwortlichen die Alarmglocken schrillen, so Marion Polaschek und meint weiter: „In einem Land, das den Lebensstandard seiner Bevölkerung den Erkenntnissen der Wissenschaft verdankt, ist bei solchen gesellschaftlichen Entwicklungen gewaltig viel schiefgelaufen.“

Die Herausforderungen und Krisen der letzten Jahre, von Finanzkrisen, über Flüchtlingskrisen hin zu Pandemie und Klimawandel zeigen, dass der massiven Einsatz wissenschaftlicher Expertise aller Fachrichtungen in einer industriell-technisch hochkomplexen und vernetzten Welt dringender denn je gebraucht wird.

„Wir brauchen engagierte, hart arbeitende und integre Menschen, um unsere Probleme zu lösen“, stellt Marion Polaschek fest und fragt: „Doch wenn ihre Ergebnisse nicht gefallen oder politisch nicht in den Kram passen, dann behandeln wir sie wie lästige Störenfriede und überlassen sie ihrem Schicksal – egal wie dieses aussieht?“

Erst 1867 wurde in Österreich der Wissenschaft und ihrer Lehre Freiheit zugesagt, was zu einem enormen Aufschwung an Wissen, Kultur und sozialen Reformen für alle führte – Errungenschaften von denen wir heute noch profitieren. Wie schnell diese Freiheit und ihre positiven Folgen unter autoritären und zerstörerischen Regimen brüchig wurden, zeigt uns unsere jüngere und traurige Vergangenheit. Diese Nachwirkungen spüren wir ebenfalls heute noch deutlich.

Wissensarbeiter:innen, die ihre Arbeitskraft für das bessere Leben aller einsetzen, sollen anscheinend unsere drängenden Probleme unter Angst und Druck lösen, vermutet Marion Polaschek und fordert abschließend in Richtung aller politisch Verantwortlichen: Schaffen Sie endlich ein Umfeld der Wertschätzung, der Sicherheit und Freiheit für die Wissenschaft, so wie das Grundgesetz es vorsieht!

Presseaussendung der Unabhängigen GewerkschafterInnen im ÖGB.

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